Kanutour Zarow

Kanutour Zarow Der stille Weg durch die Heide ins Haff

Kanutour Zarow: Kurze Gewässerkunde

Die »Zarow« ist ein fast 18 km langer, einsamer Kleinfluss, der aus dem Zusammenfluss von »Landgraben« und »Weißen Graben« bei Ferdinandshof entsteht. Sie bildet die Fortsetzung bzw. den Unterlauf des Landgrabens als stärksten Zufluss, wird aber nach einem Knick Richtung Nordost als eigenständiges Gewässer betrachtet.

Beginnend in der »Friedländer Großen Wiese«, durch die »Ueckermünder Heide« führend und ins »Stettiner Haff« mündend, führt die Zarow durch mehrere einzigartige Landschaftsgebiete mit abwechslungsreicher und geschützter Flora und Fauna (»Naturpark am Stettiner Haff«).

Kanutour Zarow: Regelungen & Anspruch

Die Zarow ist ein nicht schiffbares Gewässer, spätestens ab Grambin aber für größere Sportboote befahrbar. Sie ist nicht für Anfänger und Familien geeignet. Denn auf dem Weg sind 4 Wehre und 2 Fischtreppen über teils steile Böschungen, ohne Hilfsstege, zu umtragen. Durch die geringe Strömung kann die Zarow aber in beide Richtungen bepaddelt werden. Ein Bootswagen ist empfehlenswert.

Im Sommer verkrautet die Zarow vor allem zwischen Ferdinandshof und Meiersberg stark, danach abnehmend. Während der Krautung (Juli bis Oktober) kann es zu Behinderungen durch Arbeitsgeräte, Krautsperren und Krautstau kommen.

Die Zarow wird nur selten befahren, Infrastruktur für Paddler existiert praktisch nicht. Wer Einsamkeit, Natur und ein bisschen Abenteuer mag, kann eine sportliche Tagestour auf der Zarow wagen. Ab Ferdinandshof fließt die Zarow durch den Naturpark am Stettiner Haff.

Kanutour Zarow Etappe 1: Ferdinandshof – Grambin (17 km)

Will man die Zarow mit dem Kanu befahren, hat man seine Kanutour möglicherweise schon auf dem Landgraben begonnen. Hier muss je nach Wasserstand etwa einen Kilometer vor Ferdinandshof eine Fischtreppe umtragen bzw. durchtreidelt werden. Kurz dahinter fließt der vom südlich liegenden »Galenbecker See« kommende Weiße Graben zu, was den Fluss, der ab hier nun Zarow heißt, etwas breiter werden lässt.

Es folgt eine kleine Straßenbrücke, bevor in einem Knick nach Norden, unmittelbar vor einer Eisenbahnbrücke, auch der Floßgraben einmündet. Diese Eisenbahnbrücke, über die Züge zwischen Berlin und Stralsund mit Halt auch in Ferdinandshof verkehren, bietet sich ansonsten als guter Start- oder Rastpunkt für eine Kanutour auf der Zarow an. Der Weg zur Brücke führt allerdings ein paar Hundert Meter über Feldweg, was man bei der Anfahrt mit dem Auto beachten sollte.

Auch auf den schon vorher beschriebenen Abschnitten bis zur Fischtreppe kann mit dem Kanu eingesetzt werden, da die gleiche kleine Straße, die aus Ferdinandshof kommt und zur Eisenbahnbrücke führt, auch bis zum Beginn der Zarow permanent parallel neben dem Fluss verläuft. Parken ist vor dem nahen Friedhof in Ferdinandshof mit sehenswerter »Trinitatiskirche«, auch »Scharmützelkirche« genannt, aus dem frühen 18. Jahrhundert möglich. Auf dem Gelände kann man ggf. auch seine Frischwasservorräte auffüllen.

Von der Eisenbahnbrücke aus, am Friedhof vorbei, gelangt man auf schnellstem Weg in den Ort mit weiteren Einkaufs- und Verpflegungsmöglichkeiten.

Der Aus- bzw. Einstieg ist alternativ, je nach Wasserstand, auch an der nach einem weiteren Kilometer zu unterquerenden Straßenbrücke der Bundesstraße 109 möglich, der man etwa 850 Meter in den Ort zurück bis zu einer Tankstelle mit Shop und Imbiss folgen kann. Hier gibt es auch Toiletten.

Hinter der Brücke schlägt die ansonsten oft begradigte Zarow erneut einen Bogen und fließt insgesamt mit sanfter, kaum merklicher Strömung nach Nordosten weiter, fast parallel zur nur wenige Kilometer ostwärts entfernten »Uecker«. Sie ist jetzt im Durchschnitt 15 bis 20 Meter breit und führt auch im Sommer genügend Wasser zum Paddeln. Lediglich starker Pflanzenwuchs kann durch die hohen Nährstoffeinträge das Vorankommen in den warmen Monaten gerade auf den ersten Kilometern erschweren. Auch dieses Problem reduziert sich aber im weiteren Verlauf merklich.

Nach etwa 2 Kilometern erreicht man eine Brücke zwischen Louisenhof und Sprengersfelde, die zur Rast genutzt werden kann. Ein Ausstieg lohnt sich hier allerdings nur bedingt. Denn wenige hundert Meter weiter folgt ein erstes Wehr, das umtragen werden muss. Dafür kann das rechte oder das linke Ufer, das ca. 40 Meter vor dem Wehr auch befestigt ist, genutzt werden.

Auf den folgenden etwa 4 Kilometern bis Meiersberg ist das rechte Ufer gesäumt von schattenspendenden Baumstreifen, bevor es hinein geht in den Westteil der »Ueckermünder Heide« und sich damit zunehmend die typischen Misch- und Kiefernwald-Abschnitte in das Panorama mischen.

Die Zarow schlängelt sich in zarten Mäandern mit respektvollem Abstand von mehreren hundert Metern zum Wald durch die Wiesen ihrer bei Hochwasser überschwemmten Flussaue, was auf geraden Abschnitten schöne Ausblicke und Naturbeobachtungen ermöglicht. Ansonsten ist sie, je nach Wasserstand, mit teils steilen und bewachsenen Böschungen bzw. kleinen Deichen etwa 1 Meter in die umliegende Landschaft eingebettet, sodass man nicht immer freie Sicht auf die Umgebung hat.

Bei km 10 taucht am rechten Ufer ein halb verfallener Badesteg auf, der weit ins Wasser der Zarow ragt. Kurz zuvor mündet ein zweiter so genannter »Floßgraben« ein. An dieser Stelle kann gerastet (Picknickplatz mit Tisch, Bänken und kleiner Badestelle vorhanden) oder bereits ausgesetzt werden, um das wenig später folgende zweite Wehr bei Meiersberg zu umtragen. Dafür folgt man dem Wirtschaftsweg entlang des Ufers etwa 200 Meter bis zur Straßenbrücke mit Wehr.

Wer den Landtransport scheut, kann aber auch vorsichtig bis an das Wehr heranfahren, das Kanu am rechten, befestigten Ufer aus- und direkt hinter dem Wehr wieder einsetzen. Die Böschung ist hier baubedingt allerdings steiler.

Nimmt man den Weg über die Brücke bzw. das Wehr auf die andere Flussseite, ist etwa auf Höhe des einmündenden Floßgrabens außerdem ein alter Burgwall im Wald zu entdecken. Direkt an dem Wehr liegt auch der Festplatz des nahen Meiersberg mit großer Wiesenfläche, Feuerstelle und Sitzmöglichkeiten. Wer sein Zelt aufschlagen will, findet hier womöglich eine gute Gelegenheit dafür.

Kaum einen Kilometer hinter Meiersberg hat man 2019 am westlichen Flussufer einen verlandeten Zarow-Altarm renaturiert und wieder angeschlossen. Dabei wurde kurz vor der zweiten Anbindung des Altarms im geraden Flusslauf ein Überlaufwehr in Form eines Dammes errichtet, das bei Hochwasser (knapp) überflutet sein kann, d. h. Vorsicht vor Untiefe und Strömung! Ist der Damm aufgrund eines niedrigen Wasserpegels sichtbar, muss er umtragen bzw. überhoben werden. Alternativ sollte es aber auch problemlos möglich (und schöner) sein, den kurzen Altarm zu paddeln, falls er nicht zugewachsen ist. Der Umweg ist marginal.

Schon wenig später erscheint eine Kreisstraßenbrücke, die Millnitz und Ueckermünde miteinander verbindet. Kurz davor muss eine Fischtreppe über das linke Ufer umtragen bzw. durchtreidelt werden. Es gibt hier eine Treppe an der steilen Uferböschung, die hilfreich sein kann.

Ein Plätzchen für’s Zelt würde sich vor oder hinter der Brücke ebenfalls finden. Allerdings muss man den Straßenlärm dulden. Eine zweite Fischtreppe folgt nur etwa 1,5 km flussabwärts. Hier ist das rechte Ufer zum Aus- und Einsetzen besser geeignet. Auch dieser Ort bietet sich als schöne, naturnahe Pausenmöglichkeit oder als Biwakplatz für die Nacht an. Nur wenige Kilometer Luftlinie ostwärts trennen uns ab hier durch ein Waldstück von Ueckermünde.

Auf dem Weg nach Zarowmühl, das nach nicht einmal 3 weiteren Kilometern mit dem letzten zu umtragenden Wehr auftaucht, macht sich das aber kaum bemerkbar. Die namensgebende Wassermühle an der Zarow gibt es längst nicht mehr.

Die Straßenbrücke besteht hier neben einem Wehr auch aus einer dazugehörigen Fischtreppe an der linken Seite, durch die das Kanu möglicherweise auch getreidelt werden kann. Abhängig vom Wasserstand muss ansonsten wieder über die steilen Böschungen, idealerweise am rechten, befestigten Ufer umtragen werden.

Nun sind es nur noch etwa 3 Kilometer bis zur Mündung. Die Zarow ist hinter dem Wehr bei Zarowmühl noch einmal etwas breiter geworden und der Pegel nun ganz abhängig von jenem im Stettiner Haff. Verkrautung ist spätestens ab hier kein Thema mehr.

Kurz vor Grambin, das man nun bald, als letzten Ort an der Zarow, erreicht, gibt es am linken Ufer nochmals eine Rastmöglichkeit am befestigten Ufer eines Krautziehplatzes bzw. Schöpfwerkes mit Spundwand und daneben liegenden, privaten Bootsstegen. Auch hier kann notfalls und mangels Alternativen auf einem Stück Wiese noch das Zelt aufgeschlagen werden, falls die Witterung oder andere Umstände eine Weiterfahrt auf das maritime Haff nicht erlauben.

Etwa einen Kilometer weiter liegt am rechten Ufer eine Reihe von Torfstichen, bevor man zwei Brücken (eine davon für Radfahrer) der Dorfstraße Grambin an der Landesstraße 31 passiert. Unmittelbar links vor und rechts hinter den Brücken gibt es Bootsanleger von hiesigen Vereinen, die bei entsprechender Voranmeldung auch als Gast zum Anlegen genutzt werden können. Der Steg vor den Brücken gehört zum »Sportbootverein Grambin e. V.«, die größeren Anlagen mit Grillplatz und Slipmöglichkeit dahinter zum »Angelverein Zur Zarow Grambin e. V.«.

Für Übernachtungen wird allerdings der über das Haff zu erreichende, drei weitere Wasserkilometer entfernte »Campingpark Oderhaff« oder Ferienwohnungen im Ort empfohlen.

In jedem Fall lohnt sich ein Ausstieg an der Brücke, da sich nur wenige hundert Meter entfernt in der Dorfstraße eine Bäckerei befindet, bei der man sich stärken kann oder ein Frühstück bekommt. Auch das kleine, ehemalige Fischerdorf an sich ist sehenswert.

Spätestens auf dem letzten Kilometer der Zarow hinter Grambin muss nun also auch mit Sportbootverkehr vom und zum Stettiner Haff gerechnet werden. Anlegemöglichkeiten am schilfbewachsenen Ufer gibt es nun keine mehr.

Sehenswert ist aber noch ein altes, vor sich hin rostendes Wrack einer kleinen Schute, schon längst aufgegeben, in einem Uecker-Altarm versenkt, 1991 geborgen und als Sandfahrer für Bauarbeiten in die Zarow verfrachtet. Seitdem liegt sie als flussromantisches Motiv zugewachsen am Ufer kurz hinter Grambin. Bei einem Sturm hatte sich der Haffkahn 2019 sogar selbstständig gemacht und die Zarow zeitweise versperrt.

Hinter einem kleinen Bogen geht es dann hinaus auf das »Kleine Haff«, den deutschen Teil des Stettiner Haffs. Hier sollte man sich unbedingt auf maritime Verhältnisse einstellen und entsprechend ausgerüstet sein, insbesondere bei stärkeren Winden und entsprechenden Wellen!

Die schützende, einst als Landgraben beginnende Zarow endet hier. Die Kanutour kann nach Osten in Richtung der nur 4 km entfernten Ueckermündung bzw. sogar bis zur »Oder« Richtung Polen, alternativ aber auch nach Westen in den »Peenestrom«, die »Peene« und in die offene »Ostsee« fortgesetzt werden.

Anbieterverzeichnis Zarow
Wasserwanderkarte Zarow
Naturpark am Stettiner Haff

Kanutour Zarow: Video

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