Kanutour Trebel

Trebel - Natur pur von Grimmen bis Demmin

Kanutour Trebel: Kurze Gewässerkunde

Die »Trebel« ist ein einsamer und an vielen Stellen naturbelassener bzw. renaturierter Fluss. Im Laufe der Gesamtlänge von ca. 70 km (mit längstem Quellbach fast 87 km) ändert sich ihr Erscheinungsbild vom schmalen und flachen Kleinstfluss bei Grimmen hin zur schiffbaren Wasserstraße in Demmin, wo die Trebel in die »Peene« mündet. Strömung gibt es kaum, sodass bei günstigem Wind beide Flussrichtungen befahrbar sind. Im Sommer verkrautet der Fluss stark.

Der Reiz der Trebel liegt in der größtenteils unberührten Natur, die durch Moore, Sümpfe, Wiesen und Wälder und entsprechende Schutzgebiete mit einzigartiger Pflanzen- und Tierwelt führt. In dieser Wildnis trifft man eher selten auf andere Wassersportler. Eine historische Entdeckungsreise auf dem ehemaligen Grenzfluss ist ebenfalls möglich.

Kanutour Trebel: Regelungen & Anspruch

Die Trebel ist ein nicht schiffbares Gewässer. Von Demmin bis zur Zugbrücke Nehringen ist allerdings das Befahren mit Motorbooten bei max. 6 km/h gestattet. Außerhalb der Krautungszeiten ist die Trebel spätestens ab Siemersdorf/Rekentin für Anfänger und Familien geeignet, vorher teilweise sehr schmal, flach, verkrautet, mit Hindernissen im Wasser und ohne nennenswerte Infrastruktur für Kanuwanderer. Ab Tribsees gibt es Wasserwander-Rastplätze. Im Hochsommer kommt es zu Verkrautungen auf der gesamten Trebel, insbesondere im Oberlauf und der renaturierten Trebel. Die besten Zeiten für Befahrungen sind im Frühjahr oder nach der Krautung im September.

Ab Wotenick Ausbau bis Demmin fließt die Trebel durch Naturschutzgebiet. Gleiches gilt für die letzten ca. 4 km der renaturierten Trebel mit Warbelmündung bis Bassendorf (ohne Trebelkanal) und auf den folgenden ca. 4 km flussabwärts Richtung Nehringen. Das gesamte Trebeltal ist ansonsten als Landschafts- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

Kanutour Trebel Etappe 1: Kirch Baggendorf – Tribsees (14 km)

Unmittelbar vor Grimmen treffen die »Kronhorster Trebel« und die »Poggendorfer Trebel« aufeinander und fließen nun gemeinsam als Trebel in ausgeprägten Mäandern (Kurven) als kleiner Wiesenfluss westwärts. Zum Einsetzen mit dem Kanu (für Abenteurer!) empfiehlt sich beispielsweise eine kleine Brücke entlang eines Feldweges hinter Kirch Baggendorf.

Die Anfahrt mit dem Auto ist möglich, das Abstellen des Fahrzeugs allerdings nicht. Hier ist die Trebel, wie auf den vorherigen 13 Kilometern, noch schmal und stellenweise sehr flach. Das Befahren dieses ersten Abschnittes empfiehlt sich entweder nur im Frühjahr bis spätestens Anfang Juni oder nach der Krautung im Spätsommer/Herbst. Im Hochsommer ist die Trebel hier meist völlig zugewachsen.

Neben Untiefen trifft man nach etwa 2 Kilometern auf eine niedrige Brücke bei Zarrentin und wenig später auf Felsen im klaren Flusswasser, die es zu umschiffen gilt. Die Teilstrecke führt vorbei an Wiesen, Feldern, einzelnen Gehölzgruppen und oft mannshohen Schilfpflanzen, die nicht immer freie Sicht auf die Umgebung zulassen. Mit etwas Glück kann man hier vom Wasser aus aber einen Blick auf das Gutshaus Zarrentin aus dem 18. Jahrhundert erhaschen, das heute als Landhotel dient und auch zur Rast genutzt werden kann.

Spätestens ab der Brücke über die Landesstraße 22 bei Rekentin wird die Trebel etwas breiter und tiefer, sodass man ab hier weniger Schwierigkeiten haben sollte. Direkt hinter der Straßenunterführung befindet sich auch ein Krautziehplatz mit Sliprampe, an der man mit dem Kanu außerhalb der Krautungszeiten gut einsetzen, anlegen und rasten kann. An der Straße steht darüber hinaus auch eine kleine Schutzhütte aus Holz mit Tisch und Bank – wohl (auch) für Radwanderer.

Auf den folgenden Kilometern sind die Kurven nun weitläufiger. Ungefähr ab Einmündung der »Blinden Trebel« ist der Flusslauf sogar begradigt. Die Trebel ist nun auch breit genug für kleinere Motorboote. Verkrautungen können hier im Hochsommer aufgrund der geringen Strömung von unter 1 km/h dennoch weiterhin problematisch sein.

Etwa 2 Kilometer vor Tribsees, dessen Kirchturm nun weithin sichtbar ist, müssen noch zwei weitere Brücken unterquert werden. An der ersten niedrigen Brücke (0,6 m Durchfahrtshöhe) befindet sich rechtsseitig ebenfalls ein Krautziehplatz, der zum Rasten genutzt werden kann. Über die wenig später folgende Eisenbahnbrücke verkehrten noch bis Mitte der Neunziger Jahre Züge auf der stillgelegten Strecke der »Franzburger Südbahn« von und nach Velgast.

Nach einem weiteren Kilometer erscheint am linken Ufer bald der 1996 errichtete und 2021 erneuerte Wasserwander-Rastplatz Tribsees, der wunderschön an der Altstadt, direkt unterhalb der »St.-Thomas-Kirche« liegt. Hier gibt es einen großzügigen Anlegesteg, einen Kanuverleih, eine Zelt- und Liegewiese, Sanitäranlagen, einen Spiel- und Grillplatz und einen Imbiss. Parkmöglichkeiten befinden sich direkt vor dem Gelände. Eine telefonische Anmeldung bei Übernachtung bzw. Nutzung der Sanitäranlagen ist während der Saison von Mai bis September Voraussetzung.

Die nächsten Supermärkte sind fußläufig 10–15 Minuten entfernt. Bis Demmin bleiben sie die einzige Möglichkeit, Vorräte wieder aufzufüllen. Für Familien oder Gelegenheitspaddler, die es weniger abenteuerlich mögen, kann der Wasserwander-Rastplatz Tribsees auch als idealer Startpunkt für eine Kanutour auf der Trebel in beide Richtungen genutzt werden. Ein Ausflug in das nahe Heimat- und Kartoffelmuseum bietet sich hier ebenfalls an.

Kanutour Trebel Etappe 2: Tribsees – Nehringen (16 | 20 km)

Ab Tribsees ist die Trebel umgeben von Moorgebieten mit alten Torfstichen. Kurz nachdem man die Brücke über die Landesstraße 192 passiert hat, macht die Trebel einen Bogen und fließt auf den folgenden Kilometern in größeren Mäandern Richtung Süden weiter, bevor nahe Langsdorf die Unterquerung der L 19 und der Autobahn 20 folgt. Ein Krautziehplatz linksseitig und ein Altarm rechtsseitig erlauben kurze Abstecher. Ab hier bildet die Trebel auch die historische Grenze zwischen Pommern und Mecklenburg.

Keine 7 Kilometer nordwestlich vom Trebelbogen entfernt bahnt sich die »Recknitz« durch Bad Sülze ihren Weg in den »Saaler Bodden«. Aufgrund der Nähe der beiden Flüsse gab es in der Vergangenheit schon mehrfach die Idee, die beiden Wasserwege an dieser Stelle miteinander zu verbinden. Spätestens 1813 wurde dieses Vorhaben mit dem sog. »Prahmkanal«, der als Transportweg für Salz und Torf genutzt wurde, auch Realität.

Als die Salzproduktion in Sülze jedoch 1906 eingestellt wurde, verlor der Kanal, der mitten durch das heutige Naturschutzgebiet »Raues Moor« führte, an Bedeutung und wucherte zu. Heute ist der Kanalverlauf nur noch aus der Luft an vielen Stellen erkennbar. Eine Wasserverbindung zwischen Recknitz und Trebel existiert jedoch nicht mehr. Skurril ist allerdings, dass der Kanal selbst in einigen DDR-Karten noch verzeichnet war und die Diskussion um die Existenz des Verbindungskanals im »Grenztalmoor« in diversen Paddlerforen bis heute immer wieder aufkommt.

Noch größere Pläne verfolgte man Ende der 1950er Jahre: Von Rostock über einen Kanal zur Recknitz, die wiederum durch den wiederbelebten Prahmkanal mit der Trebel verbunden wird, sollte ein Güterschifffahrtsweg entstehen, der den Überseehafen mit den Industriezentren der DDR verbindet und so über die Peene, »Oder«, »Havel« und »Elbe« sogar eine Wasserverbindung bis nach Prag schafft.

Übrig geblieben von diesem ambitionierten Vorhaben, das vor allem aus Kostengründen eingestellt wurde, ist der hinter der Autobahnbrücke beginnende »Trebelkanal«. Um diesem zu folgen, muss das einzige Wehr auf dem Fluss neben dem Krautziehplatz hinter der Autobahnbrücke linksseitig umtragen werden. Hier gibt es auch kleine Stege zum Ein- und Aussetzen und einen überdachten Picknickplatz. Ein Zwischenstopp bietet sich an.

Unmittelbar vor dem Wehr zweigt am rechten Ufer die ins alte Flussbett zurückgelegte Trebel ab. Im Frühjahr oder aber nach der Krautung kann dieser Flusslauf ebenfalls befahren werden. Dann muss das Wehr nicht umtragen werden. Im Sommer kann der wesentlich schmalere Altarm allerdings ebenfalls völlig zuwachsen und somit ein Vorankommen verunmöglichen. Dafür bewegt man sich im wohl natürlichsten Abschnitt des »Naturschutzgebietes Trebeltal« mit einzigartigen Beobachtungsmöglichkeiten der seltenen Tier- und Pflanzenwelt.

Ein Anlanden und Rasten ist aufgrund der Uferbeschaffenheit (oft Schilfufer in sumpfiger Landschaft) aber kaum möglich, was man berücksichtigen sollte. An mancher Stelle kommen sich Fluss- und Kanallauf sehr nahe, sodass ein Übersetzen theoretisch möglich ist. Eine kleine Fußgängerbrücke aus Holz zeigt den Anfang, wie auch das Ende des etwa 11 km langen Altarms an.

Folgt man dem breiteren und tieferen Trebelkanal, passiert man zunächst linksseitig eine Bungalowkolonie, bevor es recht eintönig wird. Die folgenden, teils schnurgeraden, fast strömungslosen 7 km bis Bassendorf bieten eine gute Gelegenheit für Eilige, Strecke zu machen.

Neben Baumgruppen paddelt man vor allem an landwirtschaftlich genutzten Flächen vorbei. Später, wenn das Gelände etwas hügeliger wird, kann man sogar Binnendünen bestaunen. Abgesehen von zwei kleinen Brücken mit je ca. 1,5 Meter Durchfahrtshöhe bleibt es aber auch auf dem Kanal oft einsam und urig.

Bei Bassendorf vereinigen sich die von rechts kommende ursprüngliche Trebel mit »Warbel«-Mündung wieder mit dem Trebelkanal. Von hier bis zum Wehr bei Langsdorf ist also auch ein Rundkurs möglich.

Das alte Bollwerk bei Bassendorf zeugt noch heute von den großen Plänen, die man einst mit der Trebel hatte. Frachtkähne nutzten es noch bis in die 1960er Jahre für den Zuckerrübentransport. 2017 entstand auch hier eine Rastmöglichkeit mit Schwimmsteg zum An- und Ablegen, überdachtem Picknickplatz, Infotafeln und moderner Kompost-Toilette.

Für einen Badestopp eignet sich Bassendorf ebenfalls. Spätestens ab hier muss man sich um Wasserstände oder zugewachsene Abschnitte keine Gedanken mehr machen. Die Trebel ist auf den letzten 5 Kilometern bis Nehringen ein ausgeprägter Fluss mit ungefähr 20 Metern Breite und fließt nun zunehmend Richtung Südosten.

Nehringen kündigt sich bereits etwa einen Kilometer vorher durch eine hölzerne, historische Zugbrücke an. Bereits mehrfach nach altem Vorbild neu aufgebaut, verbindet sie seit 1911 die beiden Landesteile Mecklenburg und Vorpommern über die Trebel und ist bis heute auch für den Fahrzeugverkehr freigegeben. Kurz hinter der Brücke, nach einigen Privatanlegern, befindet sich linksseitig der 2013 erbaute Anlegesteg für den Wasserwander-Rastplatz Nehringen.

Für Übernachtungen ist allerdings das fußläufig etwa 150 Meter entfernte Areal des Jugendgästehauses »Graureiher« vorgesehen. Neben Zeltstellplätzen auf der großzügigen Wiese ist es sogar möglich, in Blockhütten oder in den Bettenhäusern (Reservierung erforderlich!) zu nächtigen. Für die Übernachtung im Zelt ist keine Vorreservierung nötig. Eine Selbstanmeldung unter Anleitung kann zeitunabhängig direkt auf dem Platz vorgenommen werden.

Parkplätze, Sanitärgebäude mit Duschen und WC, ein Grill- und Spielplatz, eine Feuerstelle, ein Kanuverleih und Tische mit Bänken sind ebenfalls auf dem Gelände vorhanden. Direkt nebenan befindet sich der eigentliche Jugendgästehaus-Komplex. Für den Kanutransport vom Steg zum Rastplatz ist ein Bootswagen ratsam, der möglicherweise auch vor Ort ausgeliehen werden kann.

Das Dorf Nehringen lädt mit seiner Kirche, dem Gutshaus und den malerischen Fachwerkhäusern, die als letztes erhaltenes Beispiel schwedischen Barocks in Vorpommern gelten, zu einer Zeitreise ein. Neben der Zugbrücke am Ende der Dorfstraße ist auch der Burghügel mit Fangelturm aus dem 14. Jahrhundert, der lange Zeit wichtige Aufgaben der Grenzsicherung erfüllte, sehenswert.

Kanutour Trebel Etappe 3: Nehringen – Demmin (20 km)

Kurz hinter Nehringen mündet linksseitig der »Rote Brückengraben« in die Trebel, der (wenn nicht zugewachsen) ebenfalls ein paar Kilometer aufwärts befahrbar ist. Ähnliches gilt für den nach 4 weiteren Kilometern einmündenden »Neuen Burggraben«. Beide stellen über ein Grabensystem theoretisch schon hier eine Wasserverbindung zur Peene her. Ab diesem begradigten Abschnitt ist die Trebel nun sehr breit und auch teils windanfällig.

Vom Burggraben bis Volksdorf verläuft sie schließlich wieder in schwächeren Mäandern, vorwiegend durch Bruchlandschaft. Ein paar Stichkanaleinfahrten säumen beidseitig den Weg vorbei an Wiesen und kleinen waldigen Abschnitten. Eine der wenigen Rastmöglichkeiten gibt es am rechten Ufer, am Ende eines dieser Stichkanäle bei Brudersdorf.

Obwohl kleinere Ortschaften wie Annenhof sehr nahe sind, bemerkt man davon ansonsten kaum etwas. Viele seltene Tiere, vor allem Vögel, können hier gut beobachtet werden. Einzig ein paar kleinere Motorboote, die ab Nehringen bis zur Mündung erlaubt sind, können die natürliche Ruhe stören.

Bei Volksdorf am Kanal bietet sich bei gutem Wasserstand linksseitig an einer Angel-/Badestelle noch einmal eine Anlandemöglichkeit. Wer geduldig ist, kann aber auch den nur etwa 3 km weiter entfernten Rastplatz Nossendorf mit überdachten Sitzmöglichkeiten, mobilem WC, Badetreppe und Kanusteg ansteuern. Dieser befindet sich im vierten von insgesamt 5 Altarmbögen, von denen die letzten 3 durchfahren werden müssen, nachdem man die Flussbegradigungen wieder zugeschüttet hat. Wer nicht die Augen offen hält, kann hier schnell ungewollt in einer Sackgasse landen.

Vor Wotenick geht es nun wieder vorbei an zahlreichen alten Torfstichen, einzelnen Baumgruppen und von Einheimischen angelegten kleinen Badestellen. Der Turm der »St.-Bartholomaei-Kirche« in Demmin ist in der Ferne nun schon an mancher Stelle über den Wipfeln der Vegetation sichtbar.

Bei der Trebelbrücke Wotenick Ausbau gibt es nochmals die Möglichkeit zur Rast bzw. zum Ein- und Aussetzen, entweder am rechtsseitigen Krautziehplatz oder aber an dem direkt hinter der Brücke folgenden Steg auf der linken Flussseite, der allerdings sehr hoch ist.

Auf den letzten ca. 3 kurvenreichen Kilometern bis Demmin fließt die Trebel durch Naturschutzgebiet (»NSG Peenetal von Salem bis Jarmen«). In Demmin, ein paar hundert Meter vor der »Meyenkrebsbrücke« (B 194), mündet die Trebel schließlich in die vorbeifließende Peene.

Ein Wasserwander-Rastplatz beim Demminer Segelclub liegt etwas mehr als einen weiteren Kilometer flussabwärts. Direkt hinter der »Kahldenbrücke« rechts abbiegend, am Schiffsanleger vorbei, kann man unter der sehr niedrigen Fußgängerbrücke zum »Hanseviertel« hindurch eine Abkürzung zum WWR nehmen, der ein idealer Ausgangspunkt für verschiedene Kanutouren sein kann. An der etwas näheren »Peene Marina« vor der Kahldenbrücke kann man ebenfalls anlegen.

Von Demmin aus kann die Peene in Richtung Anklam bzw. »Kummerower See« oder die »Tollense« befahren werden.

Anbieterverzeichnis Trebel
Wasserwanderkarte Trebel
Krautungstermine auf der Trebel

Kanutour Trebel: Video

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