Kanutour Peene-Süd-Kanal
Peene-Süd-Kanal kompakt
Der »Peene-Süd-Kanal« (PSK) ist ein zwischen 1977 und 1981 künstlich angelegter wirtschaftlicher Wasserweg in Vorpommern, der über eine Distanz von etwa 26 Kilometern die »Peene« bei Stolpe mit dem »Landgraben« bei Kavelpaß verbindet. Er dient der Bewässerung von Ackerflächen südlich der Peene, insbesondere der chronisch trockenen »Friedländer Großen Wiese«. Dazu wird bei Bedarf am Pumpwerk Dersewitz das Peenewasser durch maximal 4 automatisierte Pumpen (ehemals 7) auf 12 Meter über Meereshöhe angehoben und in den bis zu 2,2 Meter tiefen und im Schnitt 20 Meter breiten, eingedeichten Kanal eingespeist.
Der Bau des Peene-Süd-Kanals war eines der größten Bewässerungsvorhaben der DDR, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Heute wird nur noch vereinzelt Wasser aus dem Kanal entnommen. Er wird hauptsächlich als Angelgewässer genutzt. Der Pegel wird auf mindestens 1 Meter Wassertiefe gehalten, um die Lehmdichtung zu schützen.
Der meist strömungslose Peene-Süd-Kanal ist nicht schiffbar, wenngleich mit dem Kanu befahrbar. Probleme können dabei umgestürzte Bäume des säumenden Windschutzstreifens, zwei über steile Böschungen zu umtragende Wehre, das Pumpwerk (gesperrt!) sowie Verkrautung im Sommer bereiten. Infrastruktur für Paddler gibt es nicht. In der Folge ist der Peene-Süd-Kanal als Paddelgewässer nicht für Anfänger oder Familien geeignet.
Im Bereich Boldekow grenzt der Peene-Süd-Kanal an ein Vogelschutzgebiet. Vom Pumpwerk Dersewitz bis zum Anschluss an die Peene fließt er durch Naturschutzgebiet. Das Betreten der Deiche, des Pumpwerkgeländes und der Ufer im NSG ist nicht gestattet.
Mögliche Etappen für eine Kanutour auf dem Peene-Süd-Kanal:Etappe 1: Kavelpaß bis Neuenkirchen (15 km) Etappe 2: Neuenkirchen bis Peene bei Dersewitz (11 km)Kanutour Peene-Süd-Kanal Etappe 1 (Kavelpass – Neuenkirchen, 15 km)
In den meisten Fällen sollte das Pumpwerk Dersewitz nicht aktiv sein und die Wehre das Kanalwasser lediglich halten, sodass der Peene-Süd-Kanal strömungslos daherkommt und in beide Richtungen bepaddelt werden kann. Am Südende zweigt er zwischen der Straßenbrücke (B 197) und dem Wehr Kavelpaß in nördliche Richtung vom Landgraben ab.

Ein einigermaßen komfortabler Einstieg mit dem Kanu ist hier entweder im Landgraben unter der Straßenbrücke mit Zugang über einen abzweigenden Wirtschaftsweg zum Wehr oder direkt hinter der Brücke auf den ersten Metern des Peene-Süd-Kanals möglich, sofern es die Ufervegetation zulässt. Hier gibt es eine kleine asphaltierte Fläche zum Abstellen des Kfz. Sollte beides nicht machbar sein, folgt bereits nach 400 Metern auf dem Peene-Süd-Kanal eine kleine Brücke an der Siedlung Kavelpaß, deren beidseitige Uferzonen ebenfalls den Ein- und Ausstieg erlauben sollten.

Verläuft der Peene-Süd-Kanal die ersten Kilometer ab Landgraben noch fast parallel zu diesem, so dreht er bis Boldekow zusehends nordwärts. Auf den 4,5 Kilometern bis zum ersten Wehr sind die Kanalufer bereits gesäumt von einem mehr oder minder dichten Windschutzstreifen aus Bäumen und Sträuchern, die immer wieder Beobachtungen von Wildtieren ermöglichen.
Leider sorgt die Ufervegetation auch dafür, dass viele Äste oder sogar ganze umgestürzte Bäume quer über oder in den Kanal ragen und so sowohl über Wasser als auch unter Wasser zu Hindernissen werden können. Hier braucht es ein gutes Auge, um sicher hindurch zu manövrieren. Im Sommer ist die Wasseroberfläche wegen der Strömungslosigkeit darüber hinaus häufig von einem Teppich aus Wasserlinsen, altem Laub und Algen überzogen, was das Vorankommen zusätzlich erschwert.

An der Straßenbrücke mit Wehr (Vorsicht bei Wasserüberlauf!) zwischen Boldekow und Putzar muss das Kanu an steilen, bewachsenen Böschungen aus dem Wasser und hinter dem Wehr wieder in den Peene-Süd-Kanal eingesetzt werden. Das ist theoretisch an beiden Uferseiten möglich. Am Westufer hilft dabei jedoch ein einseitig mit Betonplatten befestigter Uferbereich, bevor sich der schattenspendende und vor Bodenerosion schützende Windschutzstreifen fortsetzt. Da Anlandemöglichkeiten im gesamten Kanalverlauf rar sind, eignen sich solche Straßenbrücken und Wehre auch gut für eine Paddelpause.

Auf dem Weg nach Sarnow folgt nur etwa 1 Kilometer weiter bereits die nächste Straßenbrücke bei Glien, an der ein Ausstieg aus dem Kanu möglich wäre. Dahinter macht der Peene-Süd-Kanal einen Bogen nach Westen, bevor man nach nun insgesamt ca. 8 Kilometern die kleine Ortschaft Sarnow erreicht, die sich durch Kleingartenanlagen vor einer Straßenbrücke bereits ankündigt. Auch hier ist ein Aus- oder Einstieg möglich. Die Ufer unter der Kanalbrücke sind mit Pflastersteinen befestigt und Treppen führen einseitig hinauf zur nun wieder kreuzenden Bundesstraße 197 zwischen Friedland und Anklam.

Nur etwa 200 Meter von der Straßenbrücke Sarnow entfernt, in Richtung Ortsmitte, befindet sich eine Pension an der Bundesstraße, die für eine Übernachtung mit Frühstück gebucht werden kann. Im Ort machen auch regelmäßig mobile Händler Halt, bei denen man mit dem richtigen Timing auch Lebensmittelvorräte wieder auffüllen kann.

Unspektakulär, mit kaum wahrnehmbarer Richtungsänderung nach Nordwesten, setzt der Peene-Süd-Kanal seinen Wasserweg hinter Sarnow bis zu einer kleinen Brücke und Rastmöglichkeit bei Drewelow fort. Vereinzelt gibt es nun auch Schilfbewuchs an den Ufern und kleine Bewässerungskanäle zweigen hin und wieder vom Hauptkanal ab bzw. kreuzen ihn durch Düker. Auch an diesen Stellen, an denen der schützende Baumstreifen unterbrochen ist, kann notfalls angelandet werden. Insgesamt scheint der Peene-Süd-Kanal nun etwas breiter, tiefer und entsprechend weniger verkrautet als noch im ersten Abschnitt bis Boldekow.

Die letzten etwa dreieinhalb Kilometer bis zum zweiten Wehr bei Neuenkirchen verläuft der Peene-Süd-Kanal fast schnurgerade. Auf Höhe der kleinen Siedlung Strippow eröffnen sich zwischen den Bäumen hin und wieder Anlandemöglichkeiten an kleinen, vermutlich durch Angler genutzten freien Uferabschnitten. Diese sind auch über vom Wehr kommende, parallel zum Kanal verlaufende Feldwege direkt hinter dem Windschutzstreifen erreichbar.

Am kombinierten Brückenwehr bei Neuenkirchen empfiehlt sich der Ein- bzw. Ausstieg aus dem Kanu auf beiden Seiten des Wehres am Westufer. Auch dieses Wehr an der Kreisstraße VG 58 mit nächster Einkaufsmöglichkeit und sehenswerter Burganlage im 3,5 Kilometer entfernten Spantekow empfiehlt sich zur Rast. Wer die Kanutour auf dem Peene-Süd-Kanal in mehrere Tagesetappen einteilen möchte, kann am Wehr Neuenkirchen oder an den vorherigen Brücken biwakieren.

Kanutour Peene-Süd-Kanal Etappe 2 (Neuenkirchen – Peene bei Dersewitz, 11 km)
Hinter Neuenkirchen setzt sich der Peene-Süd-Kanal ebenso eintönig fort wie davor, bis sich die Baumreihen vor der nächsten Straßenbrücke zwischen Thurow und Nerdin erstmals auf einer längeren Distanz lichten. Der grasbewachsene Deich wird hier, wie auch auf den folgenden letzten Kilometern des Oberlaufs, gern von Anglern genutzt, worauf auch rege Fischaktivitäten und kleine selbstgebaute Steganlagen an den nun zum Teil mit Schilf bewachsenen Ufern hindeuten. Die Deiche dürfen zur Ausübung der Angelfischerei betreten werden.

Bis zum Pumpwerk gibt es nur noch kurze Kanalabschnitte mit Windschutzstreifen, teilweise sogar nur einseitig, sodass man endlich auch ein paar Eindrücke von der Umgebung vom Wasser aus bekommt. Zu sehen gibt es neben ein paar Windrädern allerdings auch nicht viel.

Neben der Kreisstraße VG 62 bei Medow und der Bundesstraße 199 wird kurz vor Dersewitz auch die B 110 über den Peene-Süd-Kanal geführt. Wer es nicht mit dem Pumpwerk aufnehmen kann oder will, sollte an dieser letzten Brücke mittels vorhandener Treppen aussetzen. Allen anderen dienen die Straßenüberführungen erneut als Rastmöglichkeit. Vor und hinter der Brücke bei Dersewitz gibt es Haltemöglichkeiten für Fahrzeuge, sodass das Kanu hier recht komfortabel auf- oder abgeladen werden kann.

Nach schnurgeraden 800 Kanalmetern mit einseitigem Windschutzstreifen ist schließlich auch das Pumpwerk Dersewitz erreicht. An der Südseite ragen die 7 mächtigen Pumprohre aus dem Zulaufbecken empor. Schilder weisen am eingezäunten und videoüberwachten Gelände auf ein Betretungsverbot hin. Ohnehin wäre das nur wasserseitig möglich. Man muss also das Pumpwerk mit dem Kanu umtragen, wenn man dem Peene-Süd-Kanal bis zu seinem Ende folgen möchte.

Die wohl praxistauglichste Option dafür ist der Ausstieg am gehölzlosen Ostufer, direkt vor dem Gelände des Pumpwerks. Sollten die Pumpen in Betrieb sein, kann aufgrund der möglichen Strömung auch ein früherer Ausstieg nötig sein. Über den Deich und das sich anschließende Weideland folgt man dem Zaun des Geländes etwa 150 Meter bergab bis auf die andere Seite. Dort kann an steilen und unwegsamen (!) Uferkanten das Kanu wieder in den nun auf Peene-Niveau liegenden Kanal eingesetzt werden. Wer von der Peene kommt, hält sich linksseitig und geht den Weg in umgekehrter Richtung bergauf.

Dabei ist zu beachten, dass auch kleine Weidezäune, die zumindest teilweise unter Strom stehen, überwunden werden müssen. Sie reichen auf beiden Seiten bis an das Pumpwerkgelände heran. Außerdem können sich Tiere auf den vermutlich privaten Weideflächen befinden. Nördlich des Pumpwerks beginnt darüber hinaus das Naturschutzgebiet »NSG Peenetal von Jarmen bis Anklam«. Hier gilt grundsätzlich ein Uferbetretungsverbot. Das Umtragen des Pumpwerks Dersewitz ist also beschwerlich, teils gefährlich (Verletzungsgefahr!) und liegt rechtlich gesehen zumindest in einer Grauzone. Eine Empfehlung gibt es deshalb dafür nicht!

An nun natürlichen Kanalufern (NSG!) erreicht man nach einem leichten Schlenker und weiteren 700 Metern in nördlicher Richtung schließlich die Peene. Einstige Sperrbauten mit Schildern, die auf ein Einfahrtverbot in den Kanal hinwiesen, sind nicht mehr zu finden. Bei Ausfahrt aus dem Peene-Süd-Kanal befindet man sich auf Flusskilometer 76 der Peene, nur wenige hundert Meter von einem östlich liegenden, hölzernen Aussichtsturm entfernt, der auch für eine Kanu-Rast nutzbar ist. Dieser Turm ist als Alternative zum Umtragen des Pumpwerks auch landseitig über die Bundesstraße 110 und einen Feldweg erreichbar. Bei Ausstieg an der Brücke Dersewitz sind es etwa 3,7 Kilometer Fußweg Richtung Stolpe bis dorthin.

Nach ca. 4 Kilometern auf der Peene in Richtung Anklam erreicht man den komfortablen Wasserwander-Rastplatz Stolpe. In westlicher Richtung liegt alternativ der kleine Hafen Liepen, etwa 2 Kilometer vom Zulauf des Peene-Süd-Kanals entfernt. Hier ist man allerdings weniger auf Paddler eingestellt.
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Wasserwanderkarte Peene-Süd-Kanal



