Volle Kraft voraus!

Ist man längere Zeit mit dem Kanu in der Natur unterwegs, sind gastronomische Angebote und Einkaufsmöglichkeiten in der Regel rar. Deshalb sollte man ausreichend Proviant einplanen, der dann natürlich auch im Kanu verstaut werden muss. Dabei kann man schnell an Platzgrenzen stoßen. Was und wie viel ist also sinnvoll?

Du bist, was du isst

Ernährung ist natürlich ein sehr individuelles Thema, sowohl was die Menge als auch die Art von Nahrung betrifft. Für mich hat sich als guter Kompromiss ein Proviant für etwa drei Tage mit je drei Mahlzeiten pro Tag bewährt, unabhängig von der Länge der Kanutour. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit erreicht man auf den meisten deutschen Gewässern spätestens nach 3 Tagen eine Einkaufsmöglichkeit.

Aber was eignet sich denn eigentlich als Outdoor-Reiseverpflegung? Essensvorräte auf Paddeltouren sollen für mich vor allem zwei Anforderungen erfüllen: ungekühlt haltbar sein und satt machen! Über die Jahre haben sich so ein paar Lebensmittel etabliert, die ich gerne auf Kanutouren einpacke.

Snack ahoi: griffbereite Happen

Keine Zeit für lange Paddelpausen? Kein Problem! Die folgenden Lebensmittel kann man auch gut zwischendurch auf dem Wasser wegsnacken: Nüsse und Nussmischungen mit getrocknetem Obst, über mehrere Tage haltbares Gemüse und Obst, idealerweise mit Schale: z. B. Möhren, Paprika, Gurke, Äpfel, Bananen oder Orangen, Kekse, Waffeln (möglichst ohne Schokolade), Mini-Salami, Cabanossi oder andere haltbar gemachte Wurst- und Fleischprodukte. Wenn man es mag, können auch Fischkonserven (z. B. Thunfischprodukte) eine willkommene Abwechslung auf dem Paddel-Speiseplan sein.

Kraftfutter für den Paddeltag

Es soll Menschen geben, die keines brauchen. Für mich ist das Frühstück aber auch auf Paddeltouren essenziell. Dabei gibt es neben dem bereits erwähnten Obst und Gemüse vor allem abgepacktes und haltbares Schnittbrot, z. B. »Pumpernickel« und anderes Vollkorn- und Schwarzbrot bzw. (Milch-)Brötchen mit ungekühlt haltbaren Aufstrichen/Belägen nach Wahl (bspw. Frühstücksfleisch, Honig, Nougatcreme etc.). Beim Frühstück vorbereitete belegte Brote und Brötchen können zusätzlich auch das Snack-Angebot für unterwegs erweitern.

Wer nicht auf das Ei zum Frühstück verzichten möchte, kann auf bereits vorgekochte Eier aus dem Supermarkt zurückgreifen oder selbst vorkochen. Dazu nasche ich auch gern etwas Porridge (Haferbrei) oder ein paar Frühstücksflocken bzw. Müsli.

Kochen über heisser Flamme

Auch an warmen Mahlzeiten soll es auf Kanutouren natürlich nicht mangeln, vor allem nicht an kühleren Tagen. Ausgerüstet mit einem kleinen Campingkocher sind dann Suppen, Eintöpfe und Nudelgerichte in Form von Dosenkonserven (mit Lasche zum Öffnen!) meine besten Freunde. Da gibt es heutzutage ein großes Sortiment im Handel, sofern man sich nicht selbst Konserven vorkocht. Innerhalb weniger Minuten hat man so ein warmes, abwechslungsreiches Essen im Campingtopf. Im Notfall geht es sogar direkt aus der Dose, die bestenfalls schon für eine Portion ausgelegt ist, wenn ich allein paddle. Werde ich nicht satt, gibt es noch Brot dazu.

Frisch über dem Lagerfeuer kochen (sofern überhaupt gestattet) oder grillen klingt zwar romantisch, ist aber sehr viel aufwendiger und zeitintensiver. Deshalb wird es nur selten von mir praktiziert. Oft sehe ich auch einfach Nudeln (z. B. mit Pesto serviert) in Campingtöpfen köcheln. Aber das drei Tage lang?

Zu guter Letzt habe ich auch immer eine Dose mit mehreren Gewürzen, zumindest aber Salz, Pfeffer und Zucker dabei, falls man doch mal selber kocht oder nachwürzen möchte.

Fuel für Flusskilometer: Getränke

Noch wichtiger als das Essen ist die Mitnahme von ausreichend Trinkwasser auf Paddeltouren. Mindestens 2 Liter je Tag und Person sollten es an heißen Tagen schon sein, da Wasser unterwegs mehr als nur den Durst stillen kann. Notfalls dient es auch als Waschwasser für die Körperhygiene oder zum Reinigen von Wunden. Außerdem kann Trinkwasser zum Kochen und Aufbrühen verwendet werden.

Darüber hinaus befinden sich auch Kaffee, je nach Zubereitungsmöglichkeit gemahlen oder instant (getrocknet), Tee in Form von Teebeuteln, haltbare Milch bzw. Kaffeesahne oder Kondensmilch (mit Wasser verdünnt = Milch) und – wenn es noch reinpasst – ein Feierabendbier, am besten in Dosenform, auf meiner Proviantliste für mehrtägige Kanutouren.

Satt und seefest

Generell lautet meine Empfehlung: Alle Lebensmittel sollten idealerweise luft- und wasserdicht in kleinen Dosen oder verschließbaren Beuteln (z. B. Gefrierbeutel mit Zipper ) verpackt werden. Nicht vergessen werden sollte dabei ein kompakter Gaskocher zum Zubereiten von Tee, Kaffee oder warmen Mahlzeiten, Geschirr sowie Besteck. Welche Küchenutensilien ich auf Paddeltouren genau empfehle, erfährst du hier.